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Ressort: Vinzenzgemeinschaft, Gesellschaft, Wirtschaft

Datum: 20. Mai. 2009

Ort: Innsbruck, Tirol

Schnelle und unkomplizierte Hilfe:
Die Vinzenzgemeinschaften von Tirol präsentieren den Jahresbericht 2008

Das Interesse an den Vinzenzgemeinschaften, der größten ehrenamtlichen Laienorganisation der Welt, steigt permanent. Ebenso jener Anteil der Menschen, die in Tirol akut in Not geraten. Die Tiroler Vinzenzgemeinden sind oft die ersten vor Ort - helfen sofort und wirkungsvoll. Jährlich schütten sie rund 400.000 Euro an finanzieller Hilfe aus, die sich zu 95% aus privaten Spenden und 5% Sponsorengeldern zusammensetzen.

53 Prozent Bekanntsheitsgrad

Etwa 1 Promille aller Vinzenzgemeinschaften dieser Welt sind in Tirol tätig: 55 Ortsgruppen mit rund 600 Mitgliedern haben sich hier den Menschen in Not verschrieben. Gleichzeitig stellen die Vinzenzgemeinschaften von Tirol die Hälfte aller Mitglieder bundesweit und können sich nicht zuletzt deshalb über einen hohen Bekanntheitsgrad freuen. "Mehr als die Hälfte der Bevölkerung kennt die Vinzenzgemeinschaften bereits“, weiß Christoph Wötzer, Präsident der Vinzenzgemeinschaften in Tirol, zu berichten und verweist damit auf eine IMAD-Studie, die im November 08 von den Vinzenzgemeinschaften in Auftrag gegeben wurde. "In Innsbruck Stadt ist der Bekanntheitsgrad mit 78 Prozent am höchsten.“ Interessantes Detail: Je älter die Bevölkerung, umso bekannter sind die Vinzenzgemeinschaften. Wötzer: "Neben unseren Hilfeleistungen sehe ich als Grund dafür auch die regelmäßig betriebene tirolweite Öffentlichkeitsarbeit.“

Chronik zum 160-jährigen Jubiläum

Den Bekanntheitsgrad erhöhen wird auch zweifellos die beinah noch druckfrische "Chronik der Vinzenzgemeinschaften in Tirol“ zum 160. Geburtstag der 1. Vinzenzgemeinschaft in unserem Land: St. Jakob/Innsbruck. Der geistliche Beirat und Ehrenpräsident der Vinzenzgemeinschaften, Altbischof Reinhold Stecher, meint in seinem Vorwort, "Heizen wir in einer erkaltenden Welt unverdrossen unseren kleinen Eisenofen der Hilfsbereitschaft und der Einfühlung.“ Und verweist damit auf den Inhalt der insgesamt 44 Seiten starken Chronik. Nicht nur die (Entstehungs-)Geschichte der Vinzenzgemeinschaften gibt es nachzulesen. Ehrenpräsident Dr. Oskar Wötzer, der 32 Jahre lang die Geschicke der Tiroler Vinzenzgemeinden lenkte, gibt Auskunft über die Rolle der Vinzenzgemeinschaften in unserem Land und Präsident Christoph Wötzer gibt einen Ausblick in die Zukunft der Laienorganisation. Mitglieder der Ortsgruppen erzählen von ihren Erfahrungen und ihrer Motivation, bei den Vinzenzgemeinschaften aktiv tätig zu sein und man erhält Einblick in die vizentinische Arbeit mit all ihren Schwerpunkten: Besuchsdienste, Einsamenbegleitung, finanzielle Unterstützung, um zB Delogierungen zu verhindern, direkte Betreuung in Form von Einkäufen und Behördengängen, Mitnahme zu Gottesdiensten und Ausflügen, uvm.

1000. Ausfahrt des Vinzibus

Seit mehr als vier Jahren versorgt der Vinzibus Obdachlose in Innsbruck mit Essen. Rund 100 ehrenamtliche Fahrer wechseln sich im Fahrdienst ab und gaben 2008 rund 12.000 Mahlzeiten am Marktplatz und im Kapuzinerkloster an Hilfsbedürftige aus. Die „Tankstelle menschlicher Wärme“ wird von der Vinzenzgemeinschaft St. Vinzenz betrieben, der es ein großes Anliegen ist, die Bedürftigen in ihrer Würde als Menschen zu respektieren. "Unsere Fahrer nehmen auch persönlichen Kontakt mit den Obdachlosen auf und stehen für Gespräche bereit“, so Klaus Christler, Leiter von St. Vinzenz. Die 1000. Ausfahrt des Vinzibus nahm man zum Anlass für ein kleines Fest.

Zwei neue Vinzenzgemeinschaften

Auch die Zahl der Menschen, die im Rahmen von Vinzenzgemeinschaften aktiv helfen wollen, nimmt zu. Die zwei jüngsten Ortsgruppen wurden 2008 im Oberland gegründet, in Telfes und Fiss. "Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Schließen sozialer Lücken im Versorgungsnetz und die Bekämpfung der Einsamkeit“, sagt Leo Hinterlechner, Obmann der neu gegründeten Vinzenzgemeinschaft Telfes. Und der Fisser Obmann Michael Rietzler meint: „Wir haben Verantwortung füreinander und wollen mit der Vinzenzgemeinschaft im Ort organisierte und gezielte Hilfe leisten.“ Wie bei allen Vinzenzgemeinschaften ist dabei Verschwiegenheit oberstes Gebot. „Kein Hilfesuchender muss befürchten, dass sein Anliegen in der Gemeinde bekannt wird.“ Angesichts der steigenden Not bekräftigen die beiden neuen Obmänner: "Die Vinzenzgemeinschaft ist eine Organisation für Jung und Alt. Wer aktiv helfen will, findet bei uns das richtige ehrenamtliche Umfeld.“

Die Hauptaktivitäten der Tiroler Vinzenzgemeinschaften auf einen Blick:

- Einsamenbegleitung: Die Vinzenzgemeinschaften organisieren regelmäßige Besuchsdienste bei Alten und Kranken. Hier bringen sich die Vinzentiner persönlich ein oder organisieren Besuchs- und Begleitdienste. Im Alten- und Pflegeheim Haus St. Josef am Inn wurde - Österreichweit einzigartig - eine eigene Vinzenzgemeinschaft zur Linderung der Einsamkeit der Heimbewohner gegründet.

- Unterstützungen zum Leben: Hier werden die Spendenmittel verteilt, wobei nach dem Grundsatz "keine Hilfe ohne Hausbesuch“ jeder Hilfesuchende persönlich aufgesucht wird, um die Not vor Ort abzuklären.

- Focus Jugendarbeit: Eine Studie zeigt, dass 80 Prozent der Menschen, die bereits in jungen Jahren Sozialdienste leisteten, spätestens in der Pension wieder Sozialdienste leisten. Die Jugendarbeit nimmt daher in den letzten Jahren einen besonderen Stellenwert ein.

Projekte wie der VINZIBUS oder die Kleinschuldnerberatung wurden darüber hinaus ins Leben gerufen, weil es am Abend für Obdachlose keine kostenlosen warmen Mahlzeiten gegeben hat bzw. Menschen in der Schuldenfalle nicht ausreichende Hilfe haben.

Bewährt hat sich auch die Zusammenarbeit mit anderen sozialen Einrichtungen, besonders mit der CARITAS und den Barmherzigen Schwestern (sie stellen am Montag für den VINZIBUS Brote und Tee, im Winter eine Notschlafstelle für bis zu 17 Obdachlose und für die Kleinschuldnerberatung einen Besprechungsraum zur Verfügung).

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Rückfrage-Hinweis:

Vinzenzgemeinschaften Tirol
Dr. Christoph Wötzer
Lohbachsiedlung B23b
6020 Innsbruck

Tel. +43.650.2873170
c.woetzer@tirol.gv.at
http://www.vinzenzgemeinschaften-tirol.at/

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Schnelle und unkomplizierte Hilfe - Die Vinzenzgemeinschaften von Tirol präsentieren den Jahresbericht 2008: von links Dr. Christian Juranek (stv. Präsident), Dr. Oskar Wötzer (Ehrenpräsident) und Dr. Christoph Wötzer (Präsident).

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Das Interesse an den Vinzenzgemeinschaften, der größten ehrenamtlichen Laienorganisation der Welt, steigt permanent. Ebenso jener Anteil der Menschen, die in Tirol akut in Not geraten. Die Tiroler Vinzenzgemeinden sind oft die ersten vor Ort - helfen sofort und wirkungsvoll.

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Seit mehr als vier Jahren versorgt der Vinzibus Obdachlose in Innsbruck mit Essen. Rund 100 ehrenamtliche Fahrer wechseln sich im Fahrdienst ab und gaben 2008 rund 12.000 Mahlzeiten am Marktplatz und im Kapuzinerkloster an Hilfsbedürftige aus.

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Die rasant wachsenden Singlehaushalte, daraus resultierend fehlende familiäre Netze, der Tod von Freunden und Bekannten und die Scham, die Einsamkeit nach außen hin sichtbar werden zu lassen sind einige Gründe, warum die Vereinsamung der Menschen zunimmt.

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Im Gespräch: Präsident Dr. Christoph Wötzer

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Format: .mp3
Dauer: 10.00 min
Größe: 10,08 MB
Urheber: pro.media
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