Chronik – historischer Rückblick

20. Mai. 2009

Die Vinzenzgemeinschaften von Tirol präsentieren die CHRONIK und den Jahresbericht 2008

 

Kurzfassung der Chronik


Innsbruck ist die Wiege der Vinzenzgemeinschaften in Österreich.
1849 – also vor 160 Jahren – wurde in St. Jakob, Innsbruck, die erste Vinzenzgemeinschaft in Tirol und in Österreich gegründet. Aus diesem Anlass wurde unter Federführung des Dachverbandes die CHRONIK der Vinzenzgemeinschaften in Tirol erstellt. Die CHRONIK will in erster Linie die historische Entwicklung der Vinzenzgemeinschaften in Tirol und die Persönlichkeiten, die maßgeblich daran beteiligt waren, hervorheben.

Auf der Basis der jahrelangen Recherchen von Dr. Oskar Wötzer, Ehrenpräsident und Zentralratspräsident über 32 Jahre, erfolgten Texterstellung und Interviews von Bernhard Nicolussi Castellan, die grafische Aufbereitung von Katharina Waldmüller.

Die Idee der Vinzenzgemeinschaften – früher Vinzenzkonferenzen – stammt aus Frankreich von Frederic Ozanam, Professor an der Universität Sorbonne, Paris, Beginn 19.Jahrhundert. Er hatte die revolutionäre Idee, mit Studenten eine gemeinschaftliche Hilfe für Notleidende in Konferenzform zu systematisieren.
Heute sind die Vinzenzgemeinschaften mit rund 1 Mio Mitglieder, die in fast 60 000 Vinzenzkonferenzen organisiert sind, die größte ehrenamtliche Laienorganisation der Welt.

Die Vinzenzgemeinschaften sind zwar private Vereine, sie arbeiten aber eng mit der Kirche zusammenarbeiten. Groß ist die Zahl der Bischöfe, die als Schirmherren der Tiroler Vinzenzgemeinschaften in Erscheinung traten wie z.B. Fürstbischof Vinzenz Ende 19.Jh. oder Bischof und Kardinal Dr. Theodor Innitzer.
Im Jahre 1890 wurde der Dachverband in Tirol, Zentralrat, gegründet. Erster Zentralratspräsident war Landeshauptmann Anton Graf Brandis.
Durch den Tod auf den Schlachtfeldern im ersten Weltkrieg hatten die Vinzenzvereine – damals reine Männervereine – etwa die Hälfte ihrer Mitglieder verloren und die Anzahl reduzierte sich von 34 auf 17 Vereine. 1939 wurden die Vinzenzgemeinschaften von den Nationalsozialisten aufgelöst und ihr Vermögen beschlagnahmt. Nach dem zweiten Weltkrieg konnten 9 Gemeinschaften reaktiviert werden.
Unter Dr. Oskar Wötzer, der über 32 Jahren Zentralratspräsident war, wuchsen die Vinzenzgemeinschaften auf 44 Vereine mit rund 500 Mitgliedern an, dies auch, weil seit 1973 und erstmals in Tirol Frauen in die bis dahin nur aus Männern bestehenden Gemeinschaften aufgenommen wurden.

Seit dem Jahr 2000 ist als Zentralratspräsident Dr. Christoph Wötzer tätig.
Heute gibt es in Tirol 56 Vinzenzgemeinschaften mit rund 650 Mitgliedern.

Bischof Dr. Reinhold Stecher, Autor in der CHRONIK zu seiner Funktion als geistlicher Beirat seit 40 Jahren: „Das ist die einzige Funktion, die ich neben dem Bischofsamt beibehalten habe (und weiters) der Aufschwung der Vinzenzgemeinschaften war einer der größten Freuden in meinem Bischofsamt“.