Gründung der 61. Vinzenzgemeinschaft, „Waldhüttl“ für „Menschen ohne Heimat“

Der Vorstand der neu gegründeten Vinzenzgemeinschaft, v.li. Josef Lechner, Vroni Windischer, Dr. Jussuf Windischer (Obmann), Ilga Lechner und Dipl.Soz. Oswald Hundegger (Obmann Stv.)

Die 61 Vinzenzgemeinschaften von Tirol kümmern sich um „Menschen in Not, unabhängig ihrer Herkunft oder ihres Religionsbekenntnisses“.
Darunter fallen auch „Menschen ohne Heimat“, also Menschen, die keine Heimat mehr haben wie z.B. Asylwerber und solche, die im eigenen Land wie „Fremde“ behandelt werden, unerwünscht sind, Unterdrückungen erleiden müssen und zu Hause keine Arbeit finden und damit Not leiden. Um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu sichern, arbeiten sie für eine gewisse Zeit in Tirol als Straßenverkäufer der 20er Zeitung und Erntehelfer.
Sie nächtigen im Freien oder zusammengedrängt in Autos, ohne Bett, sanitäre Anlagen oder Kochmöglichkeit. Sie leben damit unter menschenunwürdigen Verhältnissen.
Um diesen „Menschen ohne Heimat“ ein Obdach zu geben wurde am 12. November 2012 eine eigene Vinzenzgemeinschaft gegründet.

Die Gründungsmitglieder mit „Gründungsvater“ Dr. Jussuf Windischer (vorne links), der mit seiner Gattin Vroni (4.v.re) das Projekt mustergültig vorbereitete

Das Stift Wilten, Abt Raimund Schreier, stellt den Vinzenzgemeinschaften von Tirol dafür kostenlos ein Grundstück oberhalb der Schlosskapelle Mentlberg samt zwei-stöckigem Gebäude, sog, „Waldhüttl“, zur Verfügung. Die Adaptierungsarbeiten zur Nutzung (Dachsanierung, Rohrleitungen) mit Kosten von rund € 50.000,– wurden vom Stift Wilten durchgeführt.

Das „Waldhüttl“, wird vom Stift Wilten kostenlos (Bittleihe) zur Verfügung gestellt.

Im Waldhüttl finden bis zu 15 Personen eine Schlaf- und Unterkunftsmöglichkeit.Im Gegenzug arbeiten sie im Haus und bei der Bewirtschaftung des Grundstückes mit wie z.B. bei der Reinigung, Schneeräumung oder beim Anbau von Feldfrüchten und Gemüse. Ein dauernd im Waldhüttl wohnendes Hausbesorgerpaar ist für ein gedeihliches Miteinander und die Einhaltung der Hausordnung zuständig und verantwortlich. Als Erstmaßnahme dient das Haus als Unterkunft für ca. 15 Roma aus dem Raum Tornala (Slowakei), die in ihrer Heimat Arbeitslosigkeit und Diskriminierungen ausgesetzt sind.Die Familienväter, in Ausnahmen auch Frauen, haben ihren Hauptwohnsitz und auch den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen in der Slowakei und bleiben in der Regel 2 bis 3 Wochen in Innsbruck und fahren dann wieder zu ihren Familien. Da sie keinen EWR Schein besitzen, haben sie in Österreich kein Recht auf Arbeit, keine Berechtigung auf Mindestsicherung und auch kein Recht auf Unterbringung in einer städtischen Einrichtung. Das Haus soll und darf kein „Sozialghetto“ werden, sondern es ist ein Beispiel gelebter Nächstenliebe im Sinne einer offenen, diakonischen Kirche mit respektvollem Umgang mit armen Menschen, die Ebenbild Gottes sind, so der neue Obmann Dr. Jussuf Windischer. Die Vinzenzgemeinschaften von Tirol setzen mit dieser Gründung auch ein Zeichen nach außen, sich der Problematik dieser Menschen in Not nicht zu verschließen und ihnen zu helfen.

Näheres zu den Räumlichkeiten hier

 

Video :

© VG Tirol

Artikel: Neue Vinzenzgemeinschaft Waldhüttl eröffnet Wohnprojekt für „Menschen ohne Heimat“ in Innsbruck (pro.media kommunikation) im pdf-Format
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Artikel: Hilfe für Menschen ohne Heimat (Stift Wilten) im pdf-Format
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