Pressekonferenz zum Thema Einsamkeit

Pressekonferenz zum Thema Einsamkeit

Die Vinzenzgemeinschaften Tirol präsentierten im Haus St. Josef im Rahmen einer Pressekonferenz das Projekt VINZIWort.

Die Vinzenzgemeinschaften helfen unbürokratisch und direkt dort, wo Hilfe gebraucht wird: Bereits seit der Gründung der ersten Vinzenzgemeinschaft ist die Linderung der Einsamkeit ein Arbeitsschwerpunkt dieser Hilfsorganisation. Seit dem Jahr 2002 geschieht Einsamkeitsbegleitung im Haus St. Josef in Innsbruck unter dem Titel „VINZIWort“ in strukturierter Form: Besuchsdienste, Spaziergänge oder auch eine Begleitung zum Gottesdienst lassen die Einsamkeit ein wenig leichter werden. In einer Gesellschaft, in der trotz – oder aufgrund – der totalen digitalen Vernetzung Vereinsamung als Volkskrankheit gilt, ist diese Hilfe nötiger denn je.

Waren es 1971 rund 5 Prozent der Männer bzw. 12 Prozent der Frauen, die in Österreich allein in einem Haushalt lebten, waren es 2017 bereits 15 beziehungsweise 18 Prozent. Noch größer wird der Prozentsatz, wenn man die Daten betreffend älterer Frauen (auch der höheren Lebenserwartung geschuldet), betrachtet: Über 28 Prozent der 60-69jährigen beziehungsweise sogar fast 59 Prozent der über 80jährigen Österreicherinnen leben allein.

Vinzenzgemeinschaften nehmen sich der Probleme der Zeit an
Auch in den Heimen ist die Einsamkeit ein großes Thema: Eine Vielzahl von Heimbewohnern erhält kaum Besuche und benötigt kleine Hilfen. Die Mitglieder der Vinzenzgemeinschaften schenken den Bewohnern ihre Zeit. Seit 2002 wird durch die Vinzenzgemeinschaft VINZIWort im Haus St. Josef erstmalig Einsamkeitsbegleitung in institutionalisierter Form in einem Senioren- und Pflegeheim durchgeführt. Christian Juranek, Geschäftsführer des Senioren- und Pflegeheimes St. Josef am Inn zeigt sich überaus zufrieden hinsichtlich der Zusammenarbeit im Rahmen von VINZIWort: „Mit diesem Pilot-Projekt in Innsbruck haben die Vinzenzgemeinschaften richtungsweisende Dienste geleistet. Das Ziel einer bedarfsorientierten Vollversorgung der Betroffenen konnte binnen des ersten Jahres erreicht werden.“ Aufgrund der positiven Erfahrungen mit diesem organisierten Besuchsdienst betrauen zwischenzeitlich etliche Senioren- und Pflegeheime eigene Angestellte mit koordinativ-unterstützenden Tätigkeiten in diesem Bereich. „Die organisierte Bekämpfung der Einsamkeit sehen wir als zentrale Herausforderung in der Zukunft“, fasst Ehrenpräsident Wötzer namens seiner Organisation zusammen.

Neue Präsidentin für traditionsreiche Hilfsorganisation
Karoline Knitel, die neue Präsidentin der Vinzenzgemeinschaften, ergänzt: „Die Vinzenzgemeinschaften sind seit dem Jahr 2000 von 33 auf 76 Gemeinschaften gewachsen und die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg auf rund 2.500. im Jahr 2018. Die steigende Anzahl an ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sehr erfreulich – sie zeigt, dass die grundsätzliche Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung gegeben ist“. Für die Zukunft ist eine noch stärkere regionale Verankerung geplant: „Es braucht vorausschauend verstärkt regionale Strukturen mit engagierten Menschen, die sich im ganzen Land gezielt der Einsamkeit annehmen. Wir können ihr Leid nicht beseitigen, wohl aber lindern“, so Knitel und Wötzer abschließend.

Über die Vinzenzgemeinschaften
Die Vinzenzgemeinschaften sind Vereine für Jung und Alt. Sie kümmern sich um Mitmenschen in seelischer oder materieller Not, unabhängig von Herkunft oder Religionsbekenntnis. Dabei arbeiten sie mit den bestehenden Einrichtungen wie Pfarre, Caritas, Sozial- und Gesundheitssprengel zusammen. Mit rund 1 Million Mitgliedern sind die Vinzenzgemeinschaften die größte ehrenamtliche Laienorganisation der Welt! 650 Vorstandsmitglieder sind die Träger der 76 Vinzenzgemeinschaften in Tirol. Darüber hinaus engagieren sich rund 2.500 stundenweise ehrenamtlich unter dem Dach der Vinzenzgemeinschaften. Der Dachverband aller Vinzenzgemeinschaften in Tirol (Zentralrat) unterstützt die Gemeinschaften in ihrer Arbeit und finanziell. Jährlich schütten die Tiroler Vinzenzgemeinschaften rund 600.000 Euro an finanziellen Hilfen aus. Die Finanzierung erfolgt durch Spenden. Dank des Verzichts auf Angestellte und Bürostrukturen, vor allem aber dank der Leistungen der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen kommt jede Spende ohne Abzug den Hilfsbedürftigen zugute.

Quelle: ProMedia